Sport - Mädchen und Frauem im Sport

  

Petra Faderl, Präsidiumsmitglied für Mädchen und Frauen

  Führen Frauen anders als Männer ?

Unter dem Motto "Frauen, Sport und Innovation" fand in Berlin vom 18.-21. April die 5. Europäische Frauensportkonferenz statt. Mehr als 200 Frauen und Männer aus 36 Ländern weltweit diskutierten die Voraussetzungen, Strategien und Möglichkeiten, auch im Sport eine Gleichstellung von Frauen und Männern und einen Anstieg von Frauen in Führungspositionen zu erreichen. Professorinnen, ehemalige Leistungssportlerinnen, Funktionärinnen und Unternehmerinnen gaben ihre Erfahrungen an die Teilnehmer weiter. Dabei wurde deutlich, dass Norwegen und Finnland mit gesetzlichen Regelungen, Netzwerken und konkreten Projekten eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.

Die Frage, ob Frauen anders führen als Männer, beantwortete Frau Prof. Dr. Sonja Bischoff von der Uni Hamburg im Grundsatz mit „Nein“. Es gibt kaum Unterschiede im Führungsverhalten. Sowohl Männer als auch Frauen geben kooperatives Verhalten, Teamorientierung, unternehmerische und kommunikative Fähigkeiten, spezielle Kenntnisse und berufsbezogene Aktivitäten während der Ausbildung als Merkmale erfolgreichen Führens an. Männer betonen besonders die Zielorientierung, Frauen ihr Durchsetzungsvermögen. Warum dann also so wenige Frauen in Führungspositionen? Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für die Befragten nicht das Hauptproblem. Eher, dass Karrieren Zeit brauchen und dass es Vorurteile in der Gesellschaft allein wegen des „Frau Seins“ gibt. Frau Prof. Dr. Sonja Bischoff zitierte einen ihrer Kollegen: „Frauen studieren deshalb BWL weil die Uni ein toller Heiratsmarkt ist.“ Vorurteile bilden mit 33 Prozent das größte Karrierehindernis für Frauen. Der Sport ist keine gesellschaftliche Oase, sondern ein Teil des Ganzen, in dem die selben Regeln und Normen gelten wie im Alltag.

Was also ist zu tun? Mit einer Politik der kleinen Schritte ist das internationale Netzwerk zur sportpolitischen Arbeit weiter zu stärken., sind für die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten und Projekten wie „Frauen an die Spitze“ wissenschaftliche Untersuchungen zur Geschlechterordnung, Arbeitsmarktforschung, Organisationssoziologie und Motivationsforschung zu nutzen, sollen die Leistungen von Frauen im Sport (Preise, Medien) gesellschaftlich anerkannt werden, muss eine gezielte und systematische Personalentwicklung auf der Grundlage einer Analyse der Strukturen der Sportorganisationen sowie der Aufgaben und Anforderungsprofile organisiert werden. Nicht zuletzt soll die Verteilung der Finanzmittel unter dem Aspekt der Gleichstellung erfolgen.

Deshalb verabschiedete die 5. Europäische Frauensportkonferenz ein „Berlin Memorandum“, welches das Ziel der weiteren Arbeit der EWS (Europan Woman and Sport) definiert und sich am Prinzip des Gender Mainstreaming (Reflektion aller Entscheidungen auf allen Ebenen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Frauen und Männer im Sport) orientiert. Weitere Infos unter www.ews-online.com