Von Mission Olympic und Mittagsfrau (18.06.2009)
Spreewälder kennen die alte Sage von der Mittagsfrau, die alle grausam bestraft, die in der Mittagszeit auf dem Feld arbeiten. Eine junge Frau soll dem drohenden Tod entgangen sein, indem sie eine geschlagene Stunde über den Flachs auf ihrem Feld erzählte. Weit mehr als eine Stunde Gesprächsstoff hatte die Spreewald-Stadt Lübbenau aufzubieten, als sie am 16. Juni zur Mittagszeit die Presse über „Mission Olympic“ informierte. Bei aller Begeisterung und Vielfalt - soviel war schnell klar: Der Festivalgedanke ist in Lübbenau voll angekommen, die Vorbereitungen laufen, und es gibt so viele Ideen, Vorstellungen und Initiativen, dass die kleine Stadt aufpassen muss, um am Festivalwochenende nicht mehr Angebote als
Einwohner zu haben – denn schließlich sind ja nicht nur Organisatoren, sondern auch Teilnehmer gefragt.
Ohnehin dürfte für viele in Lübbenau am ersten Septemberwochenende ein mehrfacher
Rollentausch angesagt sein: Vom Aufbauhelfer zum Zähler, vom Standbetreuer zum
Teilnehmer, und dann wieder vom Organisator zum staunenden Zuschauer. 153 Zählstationen
haben die Spreewälder beim DOSB angemeldet – das sind Bewegungsangebote, bei denen die Lübbenauer aktiv sein und für ihre Stadt punkten können. Darüber hinaus gibt es noch Infostände und Bühnenprogramme, Vorführungen, Sportevents, Spiel und Spaß.
Beim Pressetermin wurde schon einmal das Tuch überm Lübbenauer Überraschungskorb ein wenig gelüftet – und heraus schauten ein Tanzevent auf dem Marktplatz, geführte
Stadtwanderungen, die die zahlreichen Spreeewaldtouristen anlocken sollen, oder Gurkenfass-Rollen und Hahnrupfen Marke Spreewald. Alle Auswärtigen dürfen auf die Annemarie-Polka gespannt sein, die bei Festen in Südbrandenburg nicht fehlen darf, und so mancher
Spreewälder sollten bis dahin noch einmal die Schrittfolge üben. Auch fürs Treppensteigen im Hochhaus ist Training angesagt, und was man sich unter Dachgymnastik vorstellen darf, bleibt vorerst noch das Geheimnis der Organisatoren. Aber geheimnisvoll geht es ja im Spreewald seit jeher zu ...
Der romantische Schlosspark, der quirlige Spreewaldhafen und die Neustadt sollen die Festivalorte sein, verbunden durch einen Aktiv-Pfad. Am Spreewaldhafen nimmt auch der große Kahnkorso seinen Ausgang, der sich dann kilometerweit über die Fließe bewegt. A-propos bewegt - das gesamte Festival steht unter dem vieldeutigen Motto „Lübbenau
bewegt“, das auch über den September hinaus aktivieren soll. Schon jetzt in der Vorbereitung auf das Festival sind neue Kontakte und Vernetzungen entstanden, von den Kitas bis zur AWO, von der Wohnungsbaugesellschaft bis zum Einkaufszentrum. Bei den „Spielen der Freundschaft“ mit ihren sieben Partnerstädten hat die Stadt bereits einiges getestet, was Anfang September auf dem Programm stehen soll, und demnächst beim
Behindertensportfest des Landkreises ergeht auch an diese Zielgruppe eine ganz spezielle, herzliche
Einladung zum Festival. Die Kinder der Kita „Findus“ können es schon jetzt kaum noch erwarten, bis es endlich losgeht. Mit sportlichen Spiele-Liedern eröffneten sie das mittägliche
Pressefrühstück, und am liebsten hätten sie stundenlang geturnt und gesungen. Aber schließlich wollten ja auch noch die Stadt, Coca Cola,
der Landessportbund und und und ... zu Wort kommen. Die Mittagsfrau jedenfalls hätte zu diesem mittäglichen Arbeitstermin kein Opfer gefunden, bei der Fülle an Erzählstoff ...