In der Senftenberger Region - im Süden Brandenburgs und in Nordsachsen – entsteht derzeit eine völlig neue Landschaft. Da werden Tagebaurestlöcher geflutet, Uferlinien und Inseln geformt, Wasserläufe, Böschungen und Niederungen modelliert, die Position von Bergen und Buchten genau vorherbestimmt. Während sich normalerweise die Oberflächennutzung nach der Landschaft richtet, gibt es hier die einmalige Möglichkeit, Landschaft entsprechend der künftigen Nutzung zu gestalten - wenn denn die potentiellen Nutzer von dieser Chance wis-sen, einbezogen werden und sich selbst aktiv beteiligen.
Das für den Lausitzer Vereinssport zu erreichen, war Ziel eines Workshops am 14. April in Großkoschen, direkt am Senftenberger See, der als erster und einziger im künftigen Seenland „fertig“ ist und seit gut dreißig Jahren als Naherholungsgebiet vielfältig genutzt wird. Der Landessportbund Brandenburg hatte zusammen mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz Sportvereine der Region eingeladen, um ihnen die bisherigen Planungen für das Seenland vorzustellen und ihre Vorstellungen, Ideen und Visionen zu erfragen. |
Am Seminarort in Großkoschen am Senftenberger See konnten die Teilnehmer sich eine Vorstellung davon machen, wie die Lausitzer Seenkette in einigen Jahrzehnten aussehen könnte. |
Gespannt lauschten die Sportler den Ausführungen von Frank Laqua von der LMBV. Er spannte für alle nachvollziehbar den Bogen von einer Mondlandschaft zum künftigen Ferienparadies. |
Das Interesse der Vereine war groß, die Diskussionsbeiträge getragen von Faszination und Verantwortung angesichts dieser einmaligen Herausforderung. Denn was heute bedacht oder versäumt wird, merken unsere Kinder und Enkel in 30 oder 40 Jahren. Mit Spannung verfolgten die Sportfreunde deshalb die Ausführungen der Referenten, v.a. von Frank Laqua von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass die Initiative von MBJS und LSB zu diesem Workshop genau zum richtigen Zeitpunkt kam, um in die aktuellen Planungen einzufließen. |
Jetzt kommt es darauf an, was die Sportvereine aus ihren Möglichkeiten machen. Erste Ideen und Hinweise wurden gleich in der Diskussion geäußert. Da ging es um das neu zu schaffende Wanderwegesystem im bisherigen „Niemandsland“, um getrennte Wege für Wanderer und Radler, um die Einbeziehung der Skater. Oder um notwendige Brückenhöhen für Segler, um die Kennzeichnung von Untiefen und um Anlegestellen für Touristen. Wasserwanderrastplätze und Areale für Wasserflieger waren ebenso im Gespräch wie Beachsportplätze und ein geeigneter Rundkurs für Schlitttenhunderennen. Immer wieder verwiesen die Vereine darauf, dass auch die Wasserrettung an den Seen langfristig entwickelt werden muss – von der Ausbildung der Rettungsschwimmer bis hin zu einem Rettungsstützpunkt. Die DLRG bot an, ein Konzept für die Wasserrettung zu entwerfen. Einige Vereine haben schon Pläne und Entwürfe in der Schublade, andere bringen ihre Gedanken jetzt zu Papier. Bis Mitte Mai wird alles gesammelt, was in das gemeinsame Papier des Sports einfließen soll.
Viele der geäußerten Ideen werden sich nur langfristig und im engen Miteinander von Planern, Kommunen und Sport verwirklichen lassen. Der Traum von einem attraktiven Seenland muss aber nicht solange warten, denn mit vielfältigen Aktivitäten und Veranstaltungen können Sportler und Vereine auch heute schon die Einwohner sportlich ansprechen und Gäste in die Region holen. Wer als Sportverein bei der Gestaltung des Seenlandes dabei |
Bei einer anschließenden Radtour konnten Dimension und aktuelle Gestalt des Seenlandes besichtigt werden. Hier bestaunt die Gruppe einen von künftig 13 schiffbaren Verbindungskanälen zwischen den Seen. |
sein möchte, Pläne, Ideen und Anregungen hat, sollte sich möglichst schnell zu Wort melden – über den Landessportbund Brandenburg, Frau Dr. Gabriela Schneider, Tel. 0331-971 98 46 bzw. schneider@lsb-brandenburg.de. | |