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Ansturm auf die Hinterhöfe der Hohenzollern

Den Start zum Erlebnistag Wandern musste am Sonntag niemand lange suchen: Lustig-bunte Pfeile wiesen den Weg vom Bahnhof und vom Stadtzentrum zur Potsdamer Freundschaftsinsel, und der riesige Pulk der Wanderfreunde vorm Inselcafe war nicht zu übersehen. Vier in Thema und Streckenlänge unterschiedliche Routen hatten die Brandenburgischen Wanderfreunde Potsdam vorbereitet, und nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Landessportbundes Brandenburg Hans-Dietrich Fiebig und Thomas Siebert vom Landessportbund Berlin verteilten sich reichlich 200 Wanderfreunde aus Potsdam und Berlin um die vier Wanderleiter.
Die meisten hatten es auf die beiden langen Touren zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Potsdams und auf die Hinterhöfe der Hohenzollern abgesehen. Bei einem Ansturm von jeweils mehr als 75 bzw. 100 Interessenten hatten die Wanderleiter einige Mühe, mit ihren Fakten, Erläuterungen und Anekdoten wirklich alle zu erreichen, und auf ihrem Weg über Kreuzungen und Brücken, durch Parks und Gärten zog sich die Schlange der Wanderer über viele hundert Meter hin. Herrlicher Sonnenschein, tolle Sichtachsen durch die schon herbstlich gelichteten Parks und überraschende Blicke auf verborgene Schönheiten der Stadt entschädigten aber auch diejenigen, die nicht jedes Wort erhaschen konnten. So mancher erkundigte sich gleich noch unterwegs nach Wanderterminen und Kontaktadressen, so gut hatte die Tour gefallen.
Intimer ging es bei der Inselführung zu: In kleinem Kreis stellte der Inselgärtner seine pflanzlichen „Zöglinge“ so beredt und anschaulich vor, dass selbst erklärte Nicht-Gartenfreunde und botanische Laien Beete in farbiger Blütenpracht vor sich sahen, wo in Wirklichkeit nur noch vergilbte Pflanzenstrünke standen.
Anschließend traf sich Jung und Alt wieder am Inselcafe, wo die Wanderleiter die begehrten Wandergroschen der Volks- und Raiffeisenbanken verteilten. Leider reichten bei dem großen Andrang die Erinnerungsmünzen für die letzte Gruppe der schnellsten und ausdauerndsten Wanderer nicht mehr ganz aus. Kartoffelsuppe beim Inselwirt gab es dagegen genug, und bei einem Schlag aus der Gulaschkanone, einem Bier oder Kaffee klang der Wandertag für die Teilnehmer in gemütlicher Runde aus, während die Organisatoren schon Pläne fürs nächste Jahr schmiedeten: Dann laden wieder die Berliner ein, aber wohin es am 16. Oktober 2005 geht, wird noch nicht verraten...